Suchtberatung Elmshorn

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Lehrerinnen und Lehrer,

mein Name ist Christina Schlüter. Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und bin in der Suchtberatung Elmshorn beim Diakonischen Werk Rantzau-Münsterdorf mit Außenstelle in Barmstedt angestellt. Ich bin für die kreisfinanzierte Suchtprävention an Ihrer Schule zuständig.

Ich arbeiten mit den SchülerInnen mehrmals während ihrer Schulzeit und nach Bedarf zum Thema Sucht. Durch wiederkehrende Präsenz möchte ich bei eventuell auftretenden Problemen, eine bekannte und vertrauenswürdige Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und das Lehrerkollegium sein.

Die Inhalte der Veranstaltungen umfassen die Themen:

  • Rauchen (auch E-Zigarette, Wasserpfeife, Cannabis)
  • Alkoholkonsum
  • Sucht- und illegale Drogen
  • Exzessiver Medienkonsum
  • Essstörungen

Neben Sachinformationen und Aufklärung möchten wir vor allem die Reflexion über die eigene Einstellung und das eigene Handeln fördern und darüber in den Austausch kommen.

Ihnen als Eltern möchten ich ans Herz legen, mit ihrem Kind in einem offenen Dialog zu bleiben und eine klar ablehnende Haltung zum Konsum und Missbrauch von Drogen zu vertreten. Auch wenn die Kinder das ungern zugeben mögen, hat die Elternmeinung auch im pubertären Alten noch einen großen Einfluss auf das Verhalten.

Bei Fragen zu diesem Thema oder bei Problemen können sich Eltern, Lehrer und Schüler gerne kostenfrei an die Beratungsangebote der Beratungsstellen wenden. Das STZ Elmshorn (Therapiehilfe e.V.) ist für den Bereich der illegalen Drogen und das Diakonisches Werk in Bezug auf Nikotin, Alkohol, Medikamentenabhängigkeit, Mediensucht bzw. Essstörungen zuständig.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit!

Christina Schlüter

schlueter@die-diakonie.org , Tel. 04121/9079-234

 

 

Babyprojekt in den 8. Klassen

Projekt an Barmstedter Schule - „Das mache ich nie wieder!“

vom 5. September 2013

Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Zwischen Kinderwunsch und schlafloser Realität: 13 Schüler der Gemeinschaftsschule nehmen am Projekt ,Elternschaft auf Probe’ teil - und machen ihre Erfahrungen mit dem Nachwuchs.

Angelika Jasmer (links) und Saskia Ehlert-Sartorti betreuten das Projekt. Jasmer ist gelernte Rettungsassistentin und Erzieherin, Ehlert-Sartorti Geburtsvorbereiterin und Familienbegleiterin.

„Es hat nie nach unserer Pfeife getanzt. Wenn es ruhig sein sollte, hat es geschrien, und andersrum.“ „Immer dann, wenn ich gerade los musste, hat es losgeschrien.“ „,Schmeiß’ dieses Kind aus dem Fenster’, haben die Jungs aus der zehnten Klasse gesagt, als es einmal im Unterricht losschrie.“ Das sagen Marie, Anne und Jonas (alle Namen geändert), als sie gefragt werden, wie sie ihre ,Elternschaft auf Probe’ fanden. Eine Woche lang hatten sie eine Baby-Puppe betreut, die mittels eines Computer-Chips wie ein echter Säugling reagiert: bei Vernachlässigung mit Schreien oder Weinen, bei Zufriedenheit mit leisem Glucksen.

Interessant seien auch die Reaktionen der Passanten gewesen, wenn sie mit dem Kinderwagen durch die Stadt schoben, erzählen die Schüler. „Viele haben komisch geguckt“, berichtet Sarah. Manche hätten den Kopf geschüttelt, „und manche waren erschrocken, wenn sie gesehen haben, dass es eine Puppe ist“. Ein junger Vater an einer Supermarktkasse habe aber auch nette Tipps gegeben.

Insgesamt haben elf Schüler der Barmstedter Gemeinschaftsschule – neun Mädchen und zwei Jungen – bei dem Projekt mitgemacht. „Sie haben sich alle freiwillig angemeldet“, betonen Saskia Ehlert-Sartorti und Angelika Jasmer vom Frauentreff Elmshorn, die 14- bis 16-Jährigen betreut haben. „Dabei hatte es Vorteile, dass wir keine Lehrer sind“, sagt Ehlert-Sartorti. „Die Schüler fragen uns Sachen, etwa über Verhütung, die sie ihre Lehrer nie fragen würden.“ Das Projekt soll helfen, Schwangerschaften von Minderjährigen zu verhindern. „Es geht nicht darum, den Schülern das Kinderkriegen an sich madig zu machen, sondern ihnen zu zeigen, was Elternsein bedeutet und dass sie sich überlegen müssen, wann es am besten in ihr Leben passt“, betont Jasmer.

Aus dem Tiefschlaf zum Windelwechseln

Das Madig-Machen hätte wohl auch nicht geklappt: Total abgeschreckt war nach den fünf Tagen keiner der Jugendlichen. Im Gegenteil: Bei Mira und Doreen hat sich der Wunsch nach einem Kind sogar verstärkt. „Aber erst würde ich natürlich eine Ausbildung machen und etwas arbeiten“, räumt Doreen auf Nachfrage von Jasmer kleinlaut ein. Andere haben für sich mitgenommen, „dass man auf jeden Fall einen Partner haben sollte, wenn man ein Kind will“.

Denn wie stressig ein Leben mit Kleinkind ist, wissen die Schüler jetzt. „Es war sehr anstrengend. Zum Beispiel, wenn ich aus dem Tiefschlaf kam und Windeln wechseln musste“, sagt Franziska. Tim machte eher seine Familie zu schaffen: „Mich hat es nicht so gestört, wenn das Kind schrie. Aber meine älteren Geschwister schon.“ Und für Hanna, die als einzige aus der Gruppe allein ein Baby zu versorgen hatte, steht fest: „Das mache ich nie wieder!“

Die Schüler nahmen ihre ,Babys’ auch mit in den Unterricht und arbeiteten mit Jasmer und Ehlert-Sartorti jeden Tag verschiedene Themenbereiche durch, wobei die Palette von Verhütung, Schwangerschaft und Geburt über den plötzlichen Kindstod bis zu der Frage reichte, wo junge Eltern Hilfe erhalten können.

„Dazu haben wir auch einen Ausflug zum Frauentreff Elmshorn unternommen“, so Jasmer – der den Schülern zudem eindrucksvoll zeigte, wie mühselig es sein kann, mit einem Kleinkind unterwegs zu sein. Schließlich sollten die Schüler am Anfang der Woche die Frage beantworten, was ihrer Meinung nach Traumeltern ausmacht. Am Ende der Woche dürften alle gemerkt haben: Die Antworten in der Realität zu erfüllen, ist gar nicht so einfach.